Oktober

17Okt2012

01.10.2012 Montag

 

Meine Lieben,

 

seit ich den letzten und ersten Bericht verfasst habe, ist jetzt schon ein ganzer Monat vergangen.

Das hat aber auch seine Gründe, da man die letzte Zeit gut mit der Überschrift „Ick häff troubles“ überziehen könnte. Ok vielleicht noch mit „ aber sonst viel Spaß“ drangehängt.

Ich möchte euch kurz einen Zwischenbericht ablegen, mit welchem Problem Maren und ich uns derzeit beschäftigen. Wir geben momentan alles darum, unser Projekt „Ghanakids foundation“ am laufen zu halten und in Vordermann zu bringen.

Jeden Tag sitzen Maren und ich in dem TroTro, das sind Hyundai oder VW Busse, die einen kostengünstig von A nach B bringen, auf dem Weg zur Schule. Jeden Tag schöpfen wir neue Hoffnung, dass uns neue Schüler besuchen könnten, die sich an der Schule anmelden möchten, aber das Problem ist, dass viele von ihnen immer noch auf ihre Ergebnisse der Junior High School warten. Dieser Abschluss ist Voraussetzung, um auf unsere Vocational School zu kommen. Trotz alledem haben sich schon insgesamt ganze 5 Schüler gemeldet ;) Zwei Mädchen, Elena und Vivien, die ihren Abschluss letztes Jahr aus persönlichen Gründen nicht erfolgreich beenden konnten, kommen jeden Tag pünktlich um 08:15 Uhr in die Schule und durch deren Hilfe wissen wir nun kleine Handtaschen und Portemonnaies mit der Nähmaschine zu produzieren. Es macht sehr viel Spaß und wenn man die nötige Geduld mit sich bringt, bekommt man eine Tasche pro Tag fertig. Vielleicht werden wir diese dann später in dem Schul-Shop oder aber auch in Deutschland verkaufen, um Gelder für die Elektrizität oder weitere Schulmaterialien sammeln zu können.

Da Maren die Mathematiker von uns beiden ist, unterrichtet sie sogar an manchen Tagen die zwei Schülerinnen und ich unterhalte mich derweil mit dem Visual Art Lehrer, der mich, wenn das Projekt dann hoffentlich noch vor dem 23. Oktober ins Laufen gebracht werden kann, zur Lehrerin der Praxis in Visual Art ernennen möchte. Ich hatte bereits die Ehre, in den Lehrplan dieses Fachs rein schnuppern zu können und es scheint sehr abwechslungsreich zu sein. Das heißt, dass ich mich riesig freuen würde, ihm assistieren zu dürfen. Ja das Projekt, einschließlich der Umgebung wären schier perfekt für Maren und mich, daher versuchen wir momentan auch unser bestes und machen zudem zwischendurch entweder Radio-Werbung, das heißt, dass unsere Schule in den verschiedenen Nachbardörfchen durch kleine Lautsprecher vorgestellt wird, oder wir gehen, natürlich mit unsere Kollegin Madame Sabina, von Haus zu Haus, verteilen unsere selbst gemachten Flyer und Kleistern unsere sehr einfachen Poster auf DIN-A4 an die Wände, nur mit dem Einverständnis der Besitzer lässt sich verstehen. Auch heute waren wir an den Schulen in Moree und haben mit den jeweiligen Head-Teacher gesprochen, die den Schülern, die vor kurzen den Junior Hiǵh School Abschluss gemacht haben, das bestehen der Schule ans Herz legen wollen.

So hatten wir heute auf jeden Fall wieder das Gefühl, was getan zu haben, auch wenn wir nicht wissen, ob das überhaupt was bringt, fühlen wir uns wenigstens ein bisschen gut. :)

Auch wenn wir jetzt mal eben von der Ungewissheit des Projektes absehen, sind Maren und ich nur unterwegs. Sei es die alltägliche stündliche TroTro-Reise von unserem Haus zur der Schule und wieder zurück, oder die abwechslungsreichen Wochenenden, die wir uns , wie wir jedes mal sagen,

 „ uns jetzt einfach mal gönnen“. Der einzige Nachteil daran ist eigentlich nur, dass wir mehr Geld ausgeben als nötig aber für die Erfahrungen und neuen Eindrücke, die wir währenddessen massenweise sammeln, lohnt es sich einfach! Letztes Wochenende waren wir zum Beispiel in der Hauptstadt Accra, in der , wie wir zu Beginn unserer Ankunft in Ghana empfanden, viel zu hektischen und überladenen Stadt. Überraschenderweise fanden wir die Straßen diesmal sehr sauber und ruhig. Im Gegensatz zu der Markt-Stadt Mankessim, in der wir momentan leben, ist Accra ruhiger und die Strassen sind viel angenehmer zu passieren. Natürlich rasen die Taxen, Busse und Autos auch da so knapp an dir vorbei, dass sie deine Hacken beinahe mitreißen aber daran hat man sich schon längst gewöhnt.

Genauso wie man sich schon daran gewöhnt hat, das Essen von der Straße zu kaufen und auch mal einen  Bohnen-Reis-Mix mit scharfer roter Soße, genannt „Watschee“ zum Frühstück isst.

Zurück zu Accra, waren wir die Shopping Mal besuchen. Das ist eine überdachte Einkaufsstraße, die kaum mit der Einkaufstrasse in Oberhausen zu unterscheiden ist. Sobald man den Eingang betrat, hat man sich gefühlt wie in Deutschland. Sogar stylische Dekoläden waren präsent, wo wir uns gefragt haben, wer dort wohl einkaufen geht, denn nach meinen Beobachtungen legen die Ghanaer eher keinen Wert auf die Inneneinrichtung des Hauses. Quadratsich, Praktisch, Gut trifft es hier ganz gut.

Am Samstagabend waren wir dann, zusammen mit einem alten Klassenkamerad von Maren  einen trinken und anschließend in einem Club. Ich vermute, man kann sich denken, dass der Abend dort anders verläuft wie in Deutschland. Auf jeden Fall wird NUR getanzt und das auf eine sehr lustige, hier sehr angesagte Art und Weise. Alle tanzen sie hier Azonto, eine gut aussehende, aber ich glaube, sehr komplizierte Tanzart. Naja, je nachdem kann man sich vielleicht vorstellen, wie Maren und ich uns in der Menge der Tanzprofis gefühlt haben:)

Am nächsten Morgen sind wir dann auch relativ früh aufgewacht, da wir uns das Zimmer mit 8 weiteren, fremden Menschen geteilt haben, haben uns Wasser und ein Eibrot gekauft und dann auf den Heimweg gemacht. Ich muss sagen, dass ich mich gefreut habe, zurück nach Cape Coast zu fahren, auch wenn wir eine Autostunde weit von entfernt wohnen. Diese Stadt ist mir in den letzten Wochen doch wirklich ans Herz gewachsen, vielleicht weil auch immer wieder die Sonne scheint, wenn wir dort hin fahren. Dazu muss ich erwähnen, dass es im Moment noch sehr viel regnet, was natürlich oft aber auch sehr angenehm ist. Wobei ich auch zugeben muss, dass ich mir die Afrika Hitze und das Tropische Klima sehr viel schlimmer vorgestellt habe. Natürlich ist man permanent am schwitzen aber genügend Wasser und Motivation bringen dich ganz gut durch den Tag.

Seit letzter Woche haben Maren und ich damit begonnen, die Mauer, die sich um das Schulgelände zieht, zu streichen, mit der Hoffnung, dass die Schüler bald massenweise Schlange stehen, um sich in der Schule anzumelden! Dann könnte ich diese grundierte Wand mit den Visual Art Schülern bemalen, woran ich sehr interessiert wäre. Dazu muss ich noch erwähnen, dass die Visual Art Klasse nur aus Jungs besteht. Frauen haben hier generell eher weniger mit der Kunst zu tun, die besuchen zum Beispiel viel lieber den Catering oder Dressmaking Kurs, welcher überraschenderweise aber auch von vielen Jungs besucht wird. Häufig sitzen die Männer und Frauen an den Straßen, in kleinen gemütlichen Lädchen zwischen zahlreicher bunter Stoffe und nähen Kleider. Generell sieht das Markt- und Geschäftsleben in Ghana natürlich ganz anders aus als in Deutschland. Große Fabriken, die Massenweise produzieren, gibt es hier nicht. Hier sind es  kleine Läden, in denen die Sachen in Einzelarbeit und mit der Hand gefertigt werden. Dann gibt es inmitten der Natur zum Beispiel eine kleine Unterüberdachung, wo der Schreiner fleißig Möbel wie Sessel und Bettgestelle anfertigt oder es werden die hübschen Särge in den kreativsten Formen am Straßenrand gebaut. Die Frauen sitzen gerne daneben, kochen in der Zeit was für die fleißigen Männer, in kleinen, improvisierten Kochtopfnischen wird dann der Fisch zubereitet. Manchmal verspüre ich die Lust, den gemütlichen Ghanaern, die unter einem Bäumchen im Schatten sitzend angeregte Gespräche führen, gerne lachend und laut, dazu zu gesellen und mit in das Gespräch ein steigen. Doch im Moment haben wir das Projekt, welches ins Laufen gebracht werden muss, und weswegen wir den ganzen Tag unterwegs sind. Somit streifen wir alles und jeden nur aber ich hoffe das sich das, in laufe der Zeit ändern wird.

Ich denke, ich werde euch nach dem 23 Oktober, unserer „Deadline“, mitteilen, wie es für Maren und mich weitergeht um hoffentlich konkretere Berichte gestalten kann, in denen ich euch mehr von meiner Arbeit und meinen Mitmenschen, sowie der Kultur erzählen kann.

Ich hoffe doch natürlich, dass es euch allen gut geht. Ich muss ja sagen, dass ich das deutsche Wetter zum Beispiel so gar nicht vermisse. Allerdings vermisse ich die ruhigen Plätze in der Natur, die Spaziergänge die man machen kann. In Mankessim und Umgebung hast du keine Chance dazu.  Die Straßen beben nur so von Leben und lauter Musik. Du findest keinen kleinen Weg ins Grüne rein. Das muss ich ja sagen, habe ich mir ganz anders vorgestellt. Ich dachte ja, das Ghana, bzw. kann ich ja nur von den Städten erzählen, die ich bereits besucht habe, wäre viel ruhiger und weniger hektisch. Generell vermute ich, dass die meisten der Ghanaer schwerhörig sind oder aber, sie haben einfach eine andere Vorstellung, was die Lautstärke von Musik betrifft. An jedem kleinsten Stand an der Straße, sitzen sie nicht mal einen Meter von den dicken Boxen entfernt. Jede zwei Schritte, die du machst, wirst du mit neuer Musik vollgedrönt, während die Busse und massenweise Taxen, die überingens aussehen wie Playmobil Autos, laut hupend an dir vorbeifahren. Weil Auto und Fußgänger den Verkehr passieren, wie er Lust hat, entstehen auf der sowieso schon sehr schmalen und engen Straßen Staus und du musst deine Augen überall haben, wenn du nicht willst, dass deine Füße überrollt werden. Nebenbei bieten die Ghanaer dir dann auch noch verschiedenstes an. Der andere möchte dann gleichzeitig deine Herkunft und Namen wissen, listet alle Ghanaischen Namen, die eine Frau tragen kann, auf und möchte deine Handynummer haben, um dich dann sehr oft anzurufen und das in den frühesten Morgenstunden oder zu Mitternacht, wie man hier schon die Erfahrung gesammelt hat ;) Ja, manchmal kannst du einfach nicht Nein sagen und das aus den verschiedensten Gründen. Viele, die auf dich zukommen, sind ja auch sehr nett...aber sobald dir dann SḾS geschrieben werden, wie „ Morning is not only sunshine but a beatiful miracle of GOD which spreads light and defeats darkness. May this be a beautiful day for you. Much love.“ ist das nicht ganz dein Geschmack und du antwortest nicht mehr :)

Doch sind auch nette Bekanntschaften dabei, mit denen man dann auch gerne hin und wieder was unternehmen wird.

 

Wo war ich jetzt eigentlich stehen geblieben?

Ach Ja, ich bin im Moment überingens krank! Ne Bronchitis hab ich mir hier eingefangen, was in Kombination mit dem Wetter ziemlich ekelig ist. Sowat bekommt man doch eigentlich nur im Winter. Es kann aber natürlich auch daran liegen, dass du in der Hitze Angst hast einzugehen, während du in der Bank, die wir im Moment ziemlich oft besuchen mussten, um Finanzielles für die Schule zu klären, das Gefühl hast unter absoluten Gehirnfrost zu leiden. So wie die , meiner Meinung nach :), kein Feingefühl in der Lautstärke haben, wissen sie genauso wenig, die Klimaanlage einzuschalten.

Heute hat uns unsere Lehrerin die ersten Fanti-Sätze beigebracht, die wir hier im Alltag gut benutzen können. Fanti ist die Stammessprache in meinem Bezirk.

So heißt zum Beispiel Ich liebe dich – Me do wo

Das ist jetzt ein sehr leichtes Beispiel, der Rest ist ziemlich kniffelig.

 

Bevor ich weiterhin vom Thema abschweife, wiederhole ich folgendes.

Ich maile euch an dem, ich habe schon großes Grauen davor, 23. Oktober und werde entweder mit den guten Nachrichten, dass wir das Ghanakid Projekt weiterführen werden oder mit den schlechten Nachrichten, weiterhin in Mankessim zu leben um eine Schule zu besuchen, die eigentlich keine Freiwilligen mehr aufnimmt, bei uns aber eine Ausnahme machen würde, kommen.

 

Bis bald!

 

Euro Rosa

Meine Ankunft

17Okt2012

Meine Lieben, 
mittlerweile sind ja schon ein paar tage vergangen und ich dacht ich könnt mal ne Rundnachricht schreiben.
Die ersten 3 Tage haben wir in Accra verbracht, um noch ein paar letzte wichtige Informationen zu bekommen. Zum Beispiel über wichtige Verhaltensweisen und Tabus. Hier ist es nämlich sehr unhöflich jemandem die linke Hand zur Begrüßung zu geben, mit ihr auf jemanden oder etwas zu zeigen, zu essen oder zu winken, am besten benutzt man sie gar nicht. Außerdem gibt es je nach Region unterschiedliche heilige Tiere die man unter keinen Umständen verletzen oder gar töten sollte. Außerdem soll man Nachts nicht in den Spiegel gucken, unter der Dusche singen oder über eine schlafende Person steigen...
Accra ist mega hektisch. Überall werden am Straßenrand alle möglichen Dinge verkauft von schönen Bunten Stoffen, Schmuck bis zu Fisch und Fleisch. Zusätzlich verkaufen viele noch Sachen, die sie auf ihren Köpfen in Schüsseln transportieren. Und die Autos fahren wie sie wollen, hab da irgendwie noch keine Regeln entdecken können
Wir haben dort in der Salvation Army übernachtet, zu 10. in einem Raum, ein hoch auf Oropax smile
Und dann endlich sollte es los zu unseren Einsatzplätzen gehen...
Zuerst haben wir halt bei Kiras und Julias Zukünftiger Heimat gemacht, einem Miniwinzlingsdorf mit einer Schule und einem Haus in dem sie ein Zimmer plus Küche und Bad haben. Wir wurden alle auf herzlich auf einen Rundgang und ein kühles Wasser eingeladen, was man hier übrigens aus Tüten trinkt. Danach ging es weiter zu Daniels Familie. Als Daniel zur Tür rein ging, sprang seine Gastmutter (Juliana) auf den Tisch und in seine Arme und hat „That´s my boy, that's my boy!“ gerufen. Hier wird sich Daniel sicher wohl fühlen. Nachdem wir zur Stärkung jeder einen großen Teller Reis bekommen haben sollte es für uns auch schon weiter gehen. Als alle wieder im Auto saßen, kamen Wolf und Naomi (unsere Leiter) dann aber leider mit der schlechten Nachricht, dass es für Maren und mich bis jetzt noch keine Unterkunft gäbe und auch noch nicht sicher sei ob das Projekt steht. Tja und seit dem leben wir jetzt auch bei Daniels Familie in Mankesim. Mittlerweile hat sich aber geklärt, dass wir unser Projekt auf jeden Fall antreten können, aber die Schule fängt in Moree erst am 25. September an. Es wird nach einer Unterkunft für uns gesucht und ich hoffe auch wenn wir hier gut umsorgt werden, dass sie bald was finden. Maren und ich haben uns aber schon mal ein bisschen in Moree und in der Schule umgesehen. Als wir gerade einen Weg runter zum Meer nehmen wollten, rief uns ein Mann hinterher wir dürften da nicht her gehen, der Weg wäre nur für Männer. Später haben wir auch herausgefunden warum, die Männer pflegen dort in den Felsen nahe dem Meer ihr Geschäft zu verrichten grin
Die Schule liegt auf einer kleinen Anhöhe mit Blick aufs Meer und hat auf den ersten Blick einen recht guten Standard, ich bin schon gespannt wie es wird. Es nervt ein bisschen, dass die anderen Freiwilligen schon anfangen konnten zu arbeiten, andererseits haben wir uns bis jetzt auch nicht gelangweilt, entweder sind wir zum Strand und nach Cape Coast gefahren oder in Mankesim auf den Markt gegangen.
An dem ersten Samstag war ein riesiges Festival in Cape Coast. Die beste Freundin von Naomi hat maren und mich auf das Fest begleitet und uns alles gezeigt. Es war wie eine riesige Parade mit viel Musik und verkleideten Leuten mit Masken. Überall haben die Menschen getanzt und gesungen und zum Schluss haben sich alle auf einem Zentralem Platz versammelt, wo der Chief von Cape Coast eine Rede gehalten hat, die wir uns aber nicht angehört haben, weil die eh auf Fanti war. In einem nahe gelegen Beachresort haben wir uns dann noch ein Bierchen gegönnt und uns mit Blick aufs Meer in eine Hängematte gechillt, so lässts sich leben grin
Mittwochs und Samstags ist Markttag in Mankesim und dann ist hier so richtig was los. Von überall her kommen Ghanaer um hier einzukaufen und man bekommt alles was man so zum leben braucht. Ester, unsere Gastschwester, hat uns netterweise begleitet, alleine wären wir wohl auch restlos überfordert gewesen und hätte uns doch nur verlaufen. Es war aber mal sehr interessant sich alles anzugucken. Maren und ich haben uns dort jeder Stoff geholt aus denen uns ein Schneider jetzt Kleider macht, ich bin mal gespannt wie die so werden. Ich schick mal ein Bild wenn sie fertig sind smile
Daniel, maren und ich sind auch schon im Kankun Nationalpark gewesen. Dort konnte man von Baum zu Baum über Hängebrücken gehen, die bis zu 45m hoch waren grin und nachher haben wir noch eine Führung mitgemacht, in der man uns über die Funktionen verschiedener Bäume aufgeklärt hat. Aus einem Baum werden zum Beispiel die Schüsseln und Stampfstöcke gemacht, die man zur Zubereitung des Nationalgerichts Fufu benötigt.
Danach gings ab zum Cape Coast Castle, dort wurden während der Kolonialzeit Sklaven zu bis zu 1500 Mann in Katakomben gefärcht, um von dort aus später in die Karibik oder die USA gebracht zu werden. Bei der Tour waren wir drei die einzigen Weißen, was irgendwie sehr unangenehm war und wir waren froh als uns der Guide gefragt hat woher wir kommen und wir sagen konnten, dass wir keine Briten sind.
Wir wurden den ganzen Tag von einem Taxifahrer, der ein bekannter der Familie ist, rumkutschiert und mussten dafür letztendlich jeder nur 20 GHC (ca. 8€) bezahlen.
Noch ein paar Dinge, die ich interessant bzw. etwas ungewöhnlich fand. Am Strand laufen z.B. Schweine rum, kaum jemand hier trinkt Alkohol, es gilt Rauchverbot auf den Straßen und allen öffentlichen Einrichtungen, häufig werden Wasser und Strom abgestellt, alle Kinder rennen einem hinterher und rufen „obroni, how are you?“ smile, alle sind sehr hilfsbereit und freundlich, der Müll wird hinterm Haus verbrannt unsure, Kinder basteln sich aus einer einfachen Kordel und nem Stock ne Schaukel...
Was ich am meisten vermisse: Schokolade, Bier (wir dürfen hier keinen Alkohol im Haus trinken), Wasch- und Spülmaschine...
Aber das Essen hier ist größtenteils auch sehr lecker. Etwas seltsam ist jedoch, dass wir immer zuerst essen und wenn wir fertig sind, essen die anderen Kinder und zu aller letzt isst Juliana. Sie sagt, dass sie glücklich ist, wenn ihre Kinder satt geworden sind. Am morgen gibt es für uns immer Früchte, Kakao, Brot und manchmal so ne komische helle Grütze aus Mais, die aber sehr lecker ist. Wir essen viel Reis mit Gemüse. Es gab auch schon Fufu mit Palmnutsoup und Fisch , Yam (Kartoffelähnlich) mit Bohnen. Einmal hab ich sogar nen Krebs probiert, es kostete mich einige Überwindung aber eigentlich schmeckte er ganz gut. Aber das bester sind die Kochbananen, in die könnte ich mich reinlegen grin
So das wars erstmal.
Ich hoffe euch geht’s allen gut.
Bis bald

meine name hier ist überingens Abena, weil ich an einem Dienstag geboren bin. Alle sprechen mich hier mit dem Namen an.

Bald geht es los

06Juni2012

Dies ist der erste Eintrag in meinem neuen Blog. In Zukunft werde ich hier über meine Erlebnisse im Ausland berichten.